Katalog - Auktion   30. Mai 2026

Gemälde | Aquarelle | Zeichnungen

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GE 4030   Ludwig Fromme, Hirsche am Waldrand                          250 Euro

Ludwig Fromme (1868 - 1938), deutscher Tier- und Landschaftsmaler, tätig in Magdeburg.
Motiv: Eine Gruppe von drei Hirschen auf einer Waldlichtung im Harz, zwischen gewaltigen Eichen im hohen Gras äsend. 
Pastell auf Karton (?), unten links signiert „Ludwig Fromme.“ , ca. 62 x 88 cm. Unter Glas gerahmt, auf dem Rahmen applizierte Messing-Plakette mit Bezeichnung „Ludwig Fromme / 1868 - 1938 / Harzhirsche“.



GE 4031     Künstler des Barock, Mythologisches Gelage in                                                      Ideallandschaft  mit Pan und Kalliope                        1.200 Euro

Wohl um 1700/1720.
Motiv: Apoll und die Nymphen in einer arkadischen Ideallandschaft, überrascht von Pan, der eine der Nymphen bedrängt.  Vielfigurige Szene mit den im Zentrum thematisierten Pan und einer von ihm ergriffenen Nymphe, links Kalliope (die Muse der Wissenschaften) und Apoll. Amoretten begleiten die Szene unter dichten Bäumen.
Öl auf Leinwand, unsigniert, rückseitig auf Keilrahmen ehemalige, nicht mehr lesbare Bezeichnung, ca. 75 x 107 cm, in aufwendig gearbeitetem und verziertem  Prunkrahmen (ca. 98 x 128 cm). Altersspuren, reinigungsbedürftig, unten rechts Abplatzung.



GE  4032  Oskar Mulley, Sommerlicher Hochgebirgshof               17.000,- Euro

Oskar Mulley (1891 Klagenfurt - 1949 Garmisch-Partenkirchen): vorwiegend Landschafts- und Stilllebenmaler, daneben auch jagdliche Szenen, Städte- und Burgenansichten, symbolistische und mystisch anmutende Motive.   1909-10 Studium der Malerei in München, 1910-13 an der Wiener Akademie bei Alois Delug und Rudolf Jettner, 1918-1934 tätig in Kufstein / Tirol, seit 1934 in Garmisch. Geprägt von dem Eindruck der Tiroler Bergwelt bildet die Gebirgslandschaft einen Schwerpunkt im Gesamtwerk Mulleys. Das Motiv des Bergmassivs gelangt häufig in Verbindung mit Architektur zur Darstellung. 
Motiv: Auf massivem Felsgrund im Hochgebirge stehender Gebirgshof mit Nebengebäuden. Es ist Sommer, lediglich die Gebirgskämme der alpinen Bergwelt sind auf den Gipfeln von Schnee bedeckt. Ein Durchblick zwischen den Gebäuden  weist in die Tiefe des Abgrundes. Im linken Bildfeld ein weiteres, angedeutetes Gebäude. In seiner gestaffelten Anlage und in seinen Größenverhältnissen spiegelt das Gemälde die Gewaltigkeit der Berge. Gegenüber der Natur, dem Bergmassiv, nimmt sich das Gehöft klein aus. Mulley thematisiert das Zusammenleben von Mensch und Natur, eine Symbiose, in der der Respekt vor der Erhabenheit der Schöpfung, der Natur, Gesetz ist.
„Die Spannung in vielen seiner Werke steigerte Mulley nicht nur durch nahe Abgründe und bedrohlich aufragendes, durch die angewandte Spachteltechnik plastisch wirkendes Gebirge,
sondern außerdem – wie auch in diesem Bild aus der Zeit um 1930 – durch eindrückliche Stimmungen des Wetters: Der Tiroler Kunstkritiker Herbert Stifter hat dazu 1929 in einem Künstlerportrait geschrieben: „… Die Berge schweigen, niemand bricht ihre Stille. Es ist die Ruhe vor dem Sturm
(…) Die Häuser stehen auf Fels und setzen mit weißen Grundmauern an, diese Wände sind das Licht
in der Gewitterstimmung Mulleyscher Bilder.“ (Herbert Ascherbauer in seiner Expertise).
Öl auf Leinwand, unten rechts signiert „Mulley“, 
ca. 79 x 71 cm, in originalem Rahmen (94 x 86 cm). Das Gemälde ist in ausgeprägter, kräftig pastoser Spachteltechnik ausgeführt und in unrestauriertem originalem Zustand. 
Lit.: H. Ascherbauer, Oskar Mulley.  Bilder der Berge, Schwarzach 2021; G. Moschig, Oskar Mulley, Schwarzach 1991; Münchner Maler im 19./20. Jahrhundert, Bd. 6, hg. v. Horst Ludwig, München 1994, S. 108 -111;  Benezit Bd. 10, S. 7; Thieme/Becker, Bd. 25, S. 260.  Vgl. auch die Zeitschrift „Bergland“ 11. Jahrgang, Nr. 11, 1929 Titelbild und H. Stifter, Der Maler Oskar Mulley, S. 33-35.
Wir danken Herrn  Herbert Ascherbauer, dessen schriftliche Expertise vom 8. Februar 2026 vorliegt. Vgl. auch die von ihm betreute Homepage www. mulley.eu. Provenienz: Seit drei  Generationen in deutschem Privatbesitz.



GE  4033    Bildnis des Carl Philipp v. Greiffenclau zu Vollraths als                                    Fürstbischof von Würzburg                      500 Euro

Nicht identifizierter Würzburger Hofmaler. Porträt des Carl Philipp von Greiffenclau (auch: Greifenklau) zu Vollraths (auch: Vollrads), Schloss Vollrads 1690 - 1754 Würzburg, als Fürstbischof von Würzburg (1749 -1754).
Motiv: Halbbildnis des sitzenden Fürstbischofs mit den Insignien  des geistlichen Hirten (Mitra, Pectorale) sowie des weltlichen Landesherrn (Hermelin-Umhang, Wappen).
Öl auf Leinwand, auf Platte, rückseitig alter, späterer Klebezettel mit handschriftlicher Bezeichnung „Carl Philipp von Greifenklau Fürstbischof von Würzburg 1749-55“ (sic). Zeitgenössische Ausführung, wohl zu Beginn der Zeit als Fürstbischof. Geschnitzter Rahmen, polimentvergoldet mit qualitätvoll rocaillierten Ecken (partiell beschädigt). Alt restaurierter Zustand, ca. 115 x 93 cm, Rahmen ca. 130 x 99 cm. Altersspuren, craqueliert,  partiell  kleinere Bereibungen der Malschicht.     Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung, ehemals aus unterfränkischem Schloss-Besitz.



GE  4034   Giulia Cheli Capella, Die Muttergottes Maria mit dem Jesusknaben (Kopie nach Raffaels „Madonna della Sedia“)               280 Euro

Giulia Cheli Capella (wohl Florenz 1875 - 1915): Italienische Malerin und Kopistin, tätig in Florenz.  Motive sind insbesondere religiöse Darstellungen, Porträts, Genreszenen, Bildnisse von Heiligen, Mythologisches, Putten etc.  
Motiv: „Madonna della Sedia“ (auch: „della Seggiola“). Die Muttergottes Maria, auf einem Sessel sitzend, mit dem Jesusknaben auf ihrem Schoß. Seitlich neben ihr  der Johannesknabe mit dem Kreuzstab.
Fein ausgeführte Kopie nach  Raffael (da Urbino, 1483 - 1520 Rom ). Das Original im Tondo-Format von 71 cm, entstanden um 1514, ist heute im Palazzo Pitti  in Florenz zu sehen. Eine bedeutende  Kopie stammt von Carl Joseph Begas, heute im Orangerieschloß in Potsdam.
Öl auf Leinwand, unten rechts signiert „G. Cheli“, 21 x 21 cm, in aufwendig geschnitztem, durchbrochen gearbeitetem und vergoldetem Rahmen der Zeit. Auf der Rückseite handschriftlich in französischer Sprache bezeichnet „Vierge à la chaise par Raphael.  Copie executée d´apres  l´original par Julie Cheli Capella 13 Via del Pellegrino Florence“. Wohl um 1900.



GE 4035  Eugeniusz Mucha, „Samotny“  (Der Einsame)                     400 Euro

Eugeniusz Mucha: Niewodna 1927 - 2012 Krakau. Polnischer Maler. Studium an der Kunstakademie in Krakau. Mucha gilt als Vertreter der figurativen Malerei mit einem Schwerpunkt auf religiöse Themen, so z. B. Polychromien für Sakralbauten. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen.
Motiv: „Samotny“ (“Einsam“ bzw. „Der Einsame“). Surrealistisch psychedelisches Gemälde, in dessen Zentrum ein Quadrat steht, unterteilt in vier dreieckige, unterschiedlich farbige Segmente. Mittig eine bedrohlich wirkende, explodierende Kugel, im unteren Segment  eine aus einem schwarzen Hintergrund herausflüchtende nackte Gestalt, mit erhobenen Armen schreiend.  In den drei anderen Segmenten fensterartige Reserven mit je zwei maskenhaft wirkenden Gesichtern. 
Öl auf Leinwand, expressive Farbgebung, 150 x 130 cm, in schlichtem Holzrahmen, partiell kleine  Farbabplatzungen.  
Auf der Leinwand rückseitig  vom Künstler handschriftlich bezeichnet „Eugeniusz Mucha Samotny Nova Huta Os Stalowe 6/62“. Hier mehrere aufgeklebte Etiketten, z. B. der Galerie  Gologorski in Krakau. Auf dem Keilrahmen bezeichnet „Nova Huta“. Der Titel „Samotny“ (Der Einsame) scheint Bezug zu nehmen  auf das in der Nachkriegszeit erbaute Arbeiterviertel Nova Huta, wo Mucha wohl lebte.  Nova Huta galt in den 1980er Jahren, in denen das vorliegende Gemälde entstand, als  Hotspot des Widerstandes gegen das kommunistische Regime in Polen.



GE 4036   KJan Lebenstein, Der Tod und die drei Frauen          1.200  Euro

Jan Lebenstein: Brest Litovsk 1930 - 1999 Krakau. Polnischer Maler, Zeichner und Grafiker des Surrealismus und der Abstraktion. Auch war er dem modernen Manierismus und dem Phantastischen Realismus  verpflichtet.  Studium an der Warschauer Akademie für Schöne Künste. Seit 1959 (bis 1992) in Paris ansässig. Teilnahme an der I. Biennale in Paris sowie  der documenta 2 in Kassel. Seine Motive sind phantastische Tiergestalten, erotische Darstellungen, Bildnisse, Landschaften, antike Themen etc. „Die Serie °Achsenfiguren° versinnbildlichte sein Ego, das Verständnis für das Wesen des Lebens, der Existenz, des Todes und der Erotik. Für diesen Zyklus erhielt er 1959 den Grand Prix auf der 1. Internationalen Biennale der Jungen Malerei in Paris“ (www.Wroclaw.pl).
Motiv: Der Tod als Skelett in militärischer Uniform an einem Tisch hinter drei nackten, stehenden Frauen. Der Saal wird  im Hintergrund von einem großen geschwungenen Fenster mit roten Scheiben begrenzt. 
Pastell/Kreide auf festem Papier bzw. dünnem Karton, unten links signiert und datiert „Lebenstein 92“, 98 x 79 cm, Passepartout, unter Glas gerahmt (119 x 89 cm).    Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.



GE 4037   Christian Friedrich Lehmann, Bamberg - Vierkirchenblick (1848)                     360 Euro

Christian Friedrich Lehmann:  Löbelstein 1811 - nach 1872 Coburg.  Bildnis- und Landschaftsmaler  des 19. Jahrhunderts, auch Stadtansichten. Fertigte Bildnisse  von 18 Mitgliedern des  Bamberger Kunstvereins, die in den Kunstsammlungen der Veste Coburg inventarisiert sind. Weiterhin ein Bildnis des Bamberger Kaufmanns, Kunstgelehrten und Sammlers Joseph Heller im Jahr 1848 (Bleistiftzeichnung in der Staatsbibliothek Bamberg Inv. Nr. VA 216 c).
Motiv: Blick von einer mit einem Holzgatter umzäunten Terrasse über dichten Baumbewuchs hinüber auf die Wahrzeichen der Stadt Bamberg:  (von rechts) St. Stephan, Obere Pfarre (Unsere Liebe Frau), Dom (St. Peter und St. Georg) und Kloster St. Michael.  
Fein ausgeführtes Aquarell über Bleistift auf Papier, unten links signiert, ortsbezeichnet  und datiert „Ch. Lehmann. Bamberg 1848.“. Format: 23,5 x 34 cm, auf Karton aufgebracht, unter Glas gerahmt.   Lit. zu Lehmann: Thieme/Becker Bd. 22, S. 579.



GE 038   Vilhelm Victor Bille, Dreimaster  auf stürmischer See   300 Euro



GE 025

Vilhelm Victor Bille: Kopenhagen 1864 - 1908. Studium an der Kopenhagener Kunstakademie. Maler von Marinen, Segelschiffen und diversen Land- und Meeresmotiven.
Motiv:  Ein Dreimaster auf stürmischer See vor einer Felsenküste. In der bedrohlichen Gewitterstimmung bewegt sich der Segler von der Küste weg in die offene See hinaus.
Öl auf Leinwand, unten rechts signiert „Vilh. Bille“, 60 x 100 cm,  in prunkvollem Rahmen (90 x 133 cm). Unrestaurierter, guter Zustand.



GE 4039   Nicht identifizierter Hofmaler, Bildnis einer hohen Adligen                           400 Euro

18. Jahrhundert.
Motiv: Leicht seitlich gegebenes Halb-Porträt einer  Dame aus dem Adelsstand in blau-grünem Kleid mit Rüschenbesatz und goldbesticktem Mieder mit Perlbrosche.  Ihr roter Umhang deutet auf ihren hohen Stand, möglicherweise als Herzogin, hin. Der Blick ist vor einem dunklen Hintergrund aus Wolken-Himmel und angeschnittener Architektur zur Seite gewandt.
Öl auf Leinwand, unsigniert/unbezeichnet, ca. 88 x 73 cm, doubliert, in schlichter Holzleiste gerahmt. Altersspuren, Leinwand partiell leicht gewellt, craqueliert.    Provenienz: Fränkischer Schloßbesitz.



GE 4040   Nicht identifizierter Hofmaler, Bildnis eines  hohen Adligen                            400 Euro

18. Jahrhundert.
Motiv: Seitlich gegebenes höfisches Porträt eines hochrangigen Adligen, vermutlich aus dem Umkreis des Preußischen Hofes um Friedrich II.  Aufgrund des Habsburgischen Maria-Theresien-Ordens in Prunk-Ausführung könnte es sich bei dem Dargestellten um Friedrich Wilhelm II. (1744-1797) handeln.  Der im Halbbildnis mit Perücke und prunkvollem blauen Gehrock mit reicher Gold-Stickerei sowie mit rotem Umhang Dargestellte sieht den Betrachter an und folgt mit den Augen dessen Standort. 
Öl auf Leinwand, unsigniert/unbezeichnet, ca. 83 x 66 cm, doubliert, in Holzleiste gerahmt. Altersspuren, craqueliert.    Provenienz: Fränkischer Schloßbesitz. Für fachlich-sachliche Hinweise danken wir  Herrn Burkhard von Hirschhäuser.




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