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Jacques Deveau: Paris 1937 - 2022. Französischer postimpressionistischer Maler. Sein Werk widmete sich der Darstellung des Pariser Lebens und den Stränden der Côte Fleurie (Deauville,
Trouville ). Seine Werke zeigen oft vornehme Damen und im Sand spielende Kinder. Seine reichhaltige Impasto-Technik und sein Umgang mit Licht und Farben fangen Szenen von stiller Schönheit
und Lebensfreude ein. Seine Motive sind überwiegend belebte Strand- und Meeresszenen, idyllische Stadt- und Genredarstellungen, Parks, Picknicks, Blumenarrangements, spielende Kinder, wobei in
der vorherrschenden Anzahl der Gemälde der Mensch in der Gruppe im Vordergrund steht. Seine Werke zeichnen sich insbesondere aus durch lichtdurchflutete Szenen und eine positiv
lebensbejahende Atmosphäre. Auch für seine Pariser Szenen, wie jene der Grands Boulevards, geschätzt, gelang es ihm, durch seine Kompositionen den Geist der alten Meister des Impressionismus zu
bewahren. Das Werk des Malers wurde von zahlreichen führenden Galerien vertreten, seine Werke sind in Privatsammlungen auf der ganzen Welt zu finden.
Motiv: Vielfigurige Szene an einem belebten Strandabschnitt: Zahlreiche Frauen bei Spiel und Picknick mit ihren Kindern am sommerlichen Meeresstrand (der Côte Fleurie ?), an dem
sich die bewegten Wellen der See unter blauem Himmel brechen.
Öl auf Leinwand, unten links signiert „J. Deveau“, ca. 60 x 92 cm, in prunkvollem goldfarbenem Rahmen (ca. 88 x 118 cm). Sehr guter Zustand. Lit.: Siehe www. European Painting
& Co.
Friedrich Wilhelm Maximilian Theodor (Fritz) Halberg-Krauss:
Stadtprozelten 1874 - 1951 Prien/Chiemsee. Deutscher Landschaftsmaler, bedeutender Vertreter der Münchner Schule. Seine Motive entleiht er vorwiegend der südlichen Umgebung Münchens
und den Moorlandschaften (u. a. Dachauer Moos etc.). Teilnahme an Ausstellungen im Münchner Glaspalast.
Motiv: Ein von Bäumen gesäumtes Gewässer bei der Ortschaft Ramsau nahe Berchtesgaden. Im Hintergrund die Kulisse der Berge. Großes, qualitätvolles Gemälde der Münchner Schule.
Öl auf festem Karton, unten rechts signiert und lokalisiert „F. Halberg-Krauss München“. Format ca. 70 x 94 cm, dekorativ gerahmt (87 x 111 cm). Rückseitig handschriftlich bezeichnet „Motiv aus
der Ramsau (Berchtesgaden)“. Geringe Farbabreibungen.
Lit.: Thieme/Becker Bd. 15, S. 496; Benezit Bd. 6,
Oskar Mulley (1891 Klagenfurt - 1949 Garmisch-Partenkirchen): Landschafts- und Stilllebenmaler. 1909-10 Studium der Malerei in München, 1910-13 an der Wiener Akademie, bei Alois Delug und Rudolf
Jettner, 1918-1934 tätig in Kufstein / Tirol, seit 1934 in Garmisch. Geprägt von dem Eindruck der Tiroler Bergwelt bildet die Gebirgslandschaft einen Schwerpunkt im Gesamtwerk Mulleys. Das Motiv
des Bergmassivs gelangt häufig in Verbindung mit Architektur zur Darstellung.
Motiv: Eine auf felsigem Grund an einem Abhang stehende Gebirgskapelle mit Glockentürmchen und angrenzendem Gemäuer. Im Bildhintergrund die gewaltige Kulisse der alpinen
Hochgebirgslandschaft. Ein Gitter schützt vor der Tiefe der Gebirgsschlucht, die wie in der Mehrzahl der Spachtelgemälde Oskar Mulleys in dunkler Farbtonalität zum Ausdruck gebracht wird und als
Gegenspieler zur Hauptthematik der Höhe zentrales Bildelement ist, „wobei hier eine Vorgewitterstimmung die Wirkung des Bildes zu steigern vermag. In gewohnt meisterlicher Komposition umschließen
die Berge das bedrohlich an einem Abgrund stehende Bauwerk. Alles ist in stark reduziertem Kolorit gehalten, um jede Ablenkung von der (künstlerischen) Thematik, nämlich die Symbiose zweier
wirkungsmächtiger, „beseelter“ und zur meditativen Vertiefung einladende Themen - Berge und Glaube (Religion) -, zu vermeiden“ (Herbert Ascherbauer in seiner Expertise).
Öl auf Leinwand, unten rechts signiert MULLEY“, 71,5 x 109,5 cm, in dekorativem goldfarbenem Rahmen (90 x 127 cm). Ausgeprägt pastoser Farbauftrag in der für Mulley typischen
Spachteltechnik dieser Werkphase. Minimale Farbabplatzungen, unrestaurierter originaler Zustand, leichter Verschmutzungsgrad.
Lit.: H. Ascherbauer, Oskar Mulley. Bilder der Berge, Schwarzach 2021; G. Moschig, Oskar Mulley, Schwarzach 1991; Münchner Maler im 19./20. Jahrhundert, Bd. 6, hg. v. Horst Ludwig, München
1994, S. 108 -111; Benezit Bd. 10, S. 7; Thieme/Becker, Bd. 25, S. 260. Vgl. auch die Zeitschrift „Bergland“ 11. Jahrgang, Nr. 11, 1929 Titelbild und H. Stifter, Der Maler Oskar Mulley, S.
33-35.
Wir danken Herrn Herbert Ascherbauer für dessen schriftliche Expertise vom 1. Mai 2026. Vgl. auch die von ihm betreute Homepage www. mulley.eu.
Provenienz: Das Gemälde befindet sich in vierter Generation (seit etwa 1950) in deutschem Privateigentum.
Louise Leopoldine vom Meyern-Hohenberg (Coburg 1815 - 1865). Deutsche Malerin und Bildhauerin, insbesondere Porträts, Miniaturen und auch Möbeldesognerin. So war sie auf der 1.
Weltausstellung 1851 in London mit einem Tabernakel im Crystal Palace außer Konkurrenz vertreten. Prinz Albert, der die Weltausstellung maßgeblich inaugurierte, wurde von ihr
porträtiert. Künstlerische Ausbildung in München, Weimar und Florenz. Arbeitete im Auftrag des Herzogs von Sachsen-Coburg und Gotha.
Motiv: Die Abdankung Kaiser Karls V. zu Gunsten seines Sohnes Philipp II. zu Brüssel 1555, den zukünftigen König von Spanien, nach Louis Gallait (Tournai 1810 - 1887 Brüssel,
entstanden 1842). Karl V. wird u.a. zitiert mit den Worten:“Andere Könige schätzen sich glücklich, wenn sie in ihrer Todesstunde ihre Kronen ihren Kindern auf’s Haupt setzen können; ich
will dieses Glückes im Leben mich freuen und Dich regieren sehen... Mag auch Dir ein Sohn beschieden sein, dem Du in gleicher Weise Deine Macht übertragen kannst...“. Vielfigurige
Szene in einem Thronsaal in Brüssel.
Öl auf Leinwand, unten rechts nach dem Originalgemälde identisch so signiert und datiert „Louis Gallait 1842“, rückseitig auf der Leinwand, vermutlich von der Künstlerin handschriftlich
bezeichnet „Louise Leopoldine von Meyern Hohenberg fec.“.
Das Original-Gemälde von Gallait im Format 122,8 x 171,7 cm befindet sich im Städel-Museum / Frankfurt / M. (Inv. Nr. 947). Lit.: Thieme/Becker Bd. 24, S. 499 f.
M. Jacob: Nicht identifizierter Maler des 19. Jahrhunderts.
Motiv: An einem Gebirgsweg vor steilen und massiven Hochgebirgswänden eine dreiköpfige Familie im andächtigen Gebet, in Erwartung eines von einem jungen Mann geführten Esels, auf dem sitzend ein
wohl in den Bergen lebender Eremit den Weg hinaufgeführt wird. Hinter der Familie stehend ihr Lastpferd vor einem Marterl in einer Nische des Berges. Im Hintergrund alpines
Hochgebirge.
Öl auf Leinwand, unten rechts signiert und datiert „Pinx. M. Jacob 1855“, doubliert, in reich verziertem historischem Rahmen.
Karl Hofer: Karlsruhe 1878 - 1955 Berlin. Bedeutender deutscher Figuren-Maler und Grafiker, Vertreter des expressiven Realismus. Studium an der Karlsruher und der Stuttgarter
Kunstakademie. Schüler von Hans Thoma und Leopold von Kalckreuth. Seit 1921 Professor, in der Zeit des Nationalsozialismus vielfachen Repressalien ausgesetzt.
Motiv: Vor der Kulisse einer mediterranen Landschaft eine Gruppe junger Männer, den sommerlichen Nachmittag an einem Badebassin im Garten eines großzügigen Anwesens verbringend. Die
unbeschwerte Stimmung des Müßiggangs der teils nackten, teils mit Badehose bekleideten Jünglinge manifestiert sich in der Handlungsarmut der Figuren. Zentral ein schlanker Jüngling, in Richtung
Betrachter laufend.
Öl auf Leinwand, unten rechts monogrammiert und datiert „CH46“ (in Ligatur), 80 x 70,5 cm (sic), auf dem Keilrahmen rückseitig auf einem aufgeklebten Etikett die Nachlass-Ziffer „425“ (diese Nr.
bei Wohlert für die WVZ-Nr. „1949 Im Süden, 1946 (2)“ zitiert, stilvolle Rahmung.
Vorliegendes Gemälde im Werksverzeichnis Wohlert (2007), Bd. 3, die Nr. 1948, S. 14 (“1948 Im Süden, 1946 (1)“. Provenienz: Privatsammlung Süddeutschland; Galerie Sabine Pfundt,
Berlin (mit Expertise). Davor (zitiert nach WVZ Wohlert 2007) „Privatsammlung, Berlin (Prov.: Nachlass Hofer Nr. 431...Ausstellungen: K.H. Frankfurter Westend Galerie 1974, Nr. 21 (Badende
Jünglinge)“.
Lit.: K. B. Wohlert, Karl Hofer, Werkverzeichnis der Gemälde, 3 Bde., hg. v. M. Eisenbeis, Köln 2007; Vgl. auch karl-hofer-gesellschaft.de; www.karl-hofer.de.
Karl Hofer: Karlsruhe 1878 - 1955 Berlin. Bedeutender deutscher Figuren-Maler und Grafiker, Vertreter des expressiven Realismus. Studium an der Karlsruher und der Stuttgarter
Kunstakademie. Schüler von Hans Thoma und Leopolds von Kalckreuth. Seit 1921 Professor und in der Zeit des Nationalsozialismus vielfachen Repressalien ausgesetzt.
Motiv: Drei vertikal gestaffelt auf einer Holztreppe stehende weibliche Familienmitglieder: Großmutter, ihre Tochter und die Enkelin, sich jeweils mit einer Hand am Geländer festhaltend, dem
Betrachter zublickend.
Öl auf Leinwand, 116 x 80 cm, unten rechts monogrammiert und datiert „CH52“ in Ligatur), in aufwendigem dekorativem Rahmen.
Vorliegendes Gemälde im Werksverzeichnis Wohlert (2007), Bd. 3, die Nr. 2471, S. 110: „Auf der Treppe II (Generationsbild), 1952“.
Provenienz: Privatsammlung Süddeutschland. Davor (zitiert nach WVZ Wohlert 2007) „Verbleib: Privatbesitz Süddeutschland (Prov.: Nachlass Hofer Nr. 64; Wirnitzer Nr. 18; Baukunst Köln)....
Ausstellungen: K. H. Berlin 1953, Nr. 161; - K.H. Hamburg/Mannheim/Karlsruhe/Stuttgart 1954, S. 7, Nr. 31 -C.H. Karl Ernst Osthaus -Museum Hag 1954/55, Liste 2, , Nr. 22 - K. H. Baukunst
Köln 1972/73, Nr. 22, dto., 1975, Nr. 104 dto., 1978, Nr. 126 - K.H. Galerie Pels-Leusden, Berlin 1979, S. 4, Nr. 23 - K.H. Baukunst Köln 1982, Nr. 53 - K. H. Galerie Schlichtenmaier,
Grafenau/Schloss Bonndorf 1992, S. 30 (Nr. 61), 77 ... - K.H. Galerie Thomas, München 1996, Nr. 192...“
Mit zusätzlicher “Authentizitäts- und Werkkatalogbestätigung“ von Karl Bernhard Wohlert vom 11.07.2001 (“Viele seiner Bildthemen hat Hofer über Jahrzehnte hin gestaltet... Diese Bilder zeigen den
Künstler auf der Höhe seiner gestalterischen wie auch koloristischen Fähigkeiten.“
Lit.: K. B. Wohlert, Karl Hofer, Werkverzeichnis der Gemälde, 3 Bde., hg. v. M. Eisenbeis, Köln 2007; Vgl. auch karl-hofer-gesellschaft.de; www.karl-hofer.de.
Paul Hoeltz: Wohl München 1869 - 1940. Maler von Bildnissen, Genreszenen und Figuren. Beteiligung an großen Ausstellungen in Berlin und im Münchner Glaspalast (u. a. im Jahr 1889
belegt).
Vorliegendes Gemälde mit dem Originaltitel „Weinende Psyche“ war ausgestellt auf der „Große Berliner Kunstausstellung 1898“ (so auf Klebe-Etikett auf der Rückseite des Gemäldes mit der Nr.
„327“ und Künstlernennung „Paul Hoeltz“) und wird im Katalog zu dieser Ausstellung als Nummer „433“ gelistet (Vgl. www. digi.ub.uni-heidelberg.de).
Motiv: „Weinende Psyche“. Bildnis einer auf dem Rand eines runden Steinbrunnens sitzenden nackten jungen Frau mit einem weißen Schleiertuch über den Beinen. Vor dem tief nach vorne
gebeugten Kopf hält sie sich die linke Hand vor das Gesicht, offensichtlich in tiefer Trauer weinend.
Öl auf Leinwand, unten links signiert „P Hoeltz“, ca. 148 x 88 cm, in modernem Rahmen. Mittig links ein kleiner Riß (ca. 3 cm quer), rückseitig ein Fleck einer Ausbesserung der Leinwand,
auf dem Keilrahmen nochmals ein weiteres Etikett mit der Ziffer „206“.
Leo von König: Braunschweig 1871 - 1944 Tutzing. Bedeutender Porträtist, Landschafter, Tiermaler, daneben auch mythologische Motive. Studium an der Berliner Akademie der Künste sowie in Paris.
„Herausragender Vertreter der Berliner Secession“(www.buchheim Museum). Von König hat wichtige Persönlichkeiten der Zeit porträtiert, so u. a. auch Käthe Kollwitz. Das
Buchheim-Museum in Bernried widmete Leo von König 2023/24 eine „große Einzelausstellung, die eine längst überfällige Wiederentdeckung des zu seiner Zeit so bekannten Malers
ermöglichte“ (Ketterer Kunst, Auktion 8.6.2024, aus Beschreibung Los Nr. 367).
Motiv: Frontal gegebenes Bildnis eines auf einem roten Sessel sitzenden Mädchens in weißem Kleid, ein Buch auf dem linken Bein haltend. Der Blick des Kindes ist dem Betrachter
zugewandt.
Öl auf Leinwand, oben rechts signiert und datiert „L. v. König 1911“, ca. 80 x 60 cm, stilvoller heller Rahmen (97 x 77 cm). Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.
Lit.: Alexandra Bechter, Leo von König 1871-1944. Leben und Werk, Wiesbaden 1998 / www.sammlung buchheim museum / Ausstellungs-Katalog „Leo von König. Liebe, Kunst und Konventionen“,
hg. v. Buchheim Stiftung u. M. Schimansky, München/Bernried, Hirmer Verlag 2023.
Karl-Joseph Müller: Hamburg 1865 - 1942 Theresienstadt. Deutscher Maler von Marinen, Hafenansichten, Landschaften, Bildnissen, Akten und Genreszenen. Teilnahme an zahlreichen Ausstellungen in
Hamburg. Studium an der Kunstgewerbeschule Dresden und an der Kunstakademie in Berlin, als jüdischer Künstler zusammen mit seiner Frau im Juli 1942 vom Naziterror in das Ghetto
Theresienstadt deportiert, wo er im Oktober verstarb.
Motiv: Abendrot im Hamburger Hafen: An einer Schiffsanlegestelle mit Beton-Pollern warten zahlreiche Männer auf einen ankommenden Kutter an der „Kehrwiederspitze“. Links ein Seemann, der
seinen Kahn an die Wellenbrecher heranzieht. Im Bildhintergrund die Silhouette der Hamburger Hafenstadt im dunklen Rot der Dämmerung.
Öl auf Leinwand, unten links signiert, ortsbezeichnet und datiert „K. Müller Hamburg 05“, 82 x 111 cm. Monumentales Gemälde in prunkvollem, akanthusverziertem goldfarbenem
Stuck-Rahmen (ca. 110 x 140 cm). Lit.: Thieme/Becker Bd. 25, S. 240.
Christian Rohlfs: Groß Niendorf 1849-1938 Hagen. Bedeutender Maler und Grafiker. Studium an der Kunstschule in Weimar. Rohlfs entwickelte sein künstlerisches Schaffen vom Naturalismus über
Impressionismus bis zum Expressionismus. Von den Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert, gilt er doch als „Nestor der deutschen Moderne“ (Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München und Von
der Heydt-Museum Wuppertal, Christian Rohlfs, München 1996, Vorwort S. 9.).
Motiv: Drei auf einer weißen Bank sitzende, in weiß gekleidete Herren im intensiven Gespräch.
Aquarell und Kreide auf Papier, unten rechts monogrammiert und datiert „CR 19“, 37,8 x 55,8 cm, sehr dekorativ unter Glas gerahmt (65 x 80 cm).
Lit.: Paul Vogt, Christian Rohlfs: Oeuvre-Katalog der Gemälde. Recklingshausen 1978; Thieme/Becker Bd. 28, S. 524 f.; Provenienz: Bedeutende süddeutsche Privatsammlung.
Jules Chapon: Heemstede (Niederlande) 1914 - 2007 Saint Cyprien (Frankreich). Figurativ-realistischer Maler, der sich später der Abstraktion zuwandte. Im 2. Weltkrieg von den
Deutschen verfolgt, wobei mehrere Familienmitglieder in Auschwitz starben. Erst 1950 erste Ausstellung, 1973 Auswanderung nach Frankreich.
Motiv: Großflächige abstrakte Komposition in kräftiger Farbigkeit, vorwiegend in dunkler Tonalität, die von weißen, roten und grünen Elementen durchsetzt ist.
Öl auf grober Leinwand, oben rechts signiert „Chapon“, Format ca. 151 x 85 cm, in schmaler Rahmenleiste.
Heinrich Wildemann: Lodz 1904 - 1964 Stuttgart. Studium an der Kunstakademie in Stuttgart und der Staatlichen Kunsthochschule Berlin. Unter dem NS-Regime als „Entartet“ mit Ausstellungsverbot
verfemt. Seit 1955 Professor in Stuttgart.
Motiv: Abstrakt-kubistische Komposition mit weißem, schwarzem, blauem und rotem Element vor gedeckt beige-braunem Hintergrund.
Mischtechnik (Öl, Gouache ?) auf Karton, 37 x 42 cm, rückseitig „Nachlass Heinrich Wildemann Werk-Verz.Nr. 48/2/0717“, unter Glas gerahmt.
Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung. Lit.: Chr. Kärcher, Heinrich Wildemann, Diss. Graz 2012 / Ausstellungskatalog Galerie Maulberger, München 2014.
Erich Comeriner: Wien 1907 - 1978 Tel Aviv. Maler, Grafiker und insbesondere Fotokünstler. Studium am Bauhaus bei Klee, Kandinsky, Feininger und Schlemmer, 1929 erste Einzel- Ausstellung
auf der Werkbund-Ausstellung „Film und Foto“ in Stuttgart. Nach der NS-Machtergreifung Flucht 1934 nach Palästina, danach in Tel Aviv ansässig.
Motiv: Abstrakte Komposition von einzelnen Bildelementen, die im Raum zu schweben scheinen und Assoziationsspielräume lassen. Erkennbare Bezüge zu Paul Klee.
Mischtechnik (Gouache und Kreide ?) auf Papier, 26,5 x 20 cm, unter Glas gerahmt. Rückseitig auf geklebtem Etikett in Druckbuchstaben der Künstlername „Erich Comeriner.“ Auf weiterem
Etikett handschriftlich bezeichnet „Bauhaus 157“.
Karl Hofer: Karlsruhe 1878 - 1955 Berlin. Bedeutender deutscher Figuren-Maler und Grafiker, Vertreter des expressiven Realismus. Studium an der Karlsruher und der Stuttgarter
Kunstakademie. Schüler von Hans Thoma und Leopold von Kalckreuth. Seit 1921 Professor, in der Zeit des Nationalsozialismus vielfachen Repressalien ausgesetzt.
Motiv: „Schlafendes Paar“. Unbekleidetes Paar auf einem Bett in einer von einem Vorhang getrennten Bettnische schlafend. Der Mann im Vordergrund auf der linken Körperseite liegend, dem
Betrachter zugewandt. Die Frau dahinter, halb liegend, den Kopf auf ihren linken Arm gestützt. Der gelbe Vorhang mit signalroter Halteschlaufe holt die Intimität des dargestellten
Paares auf die Bühne der Öffentlichkeit bzw. des Betrachters.
Öl auf Leinwand, unten rechts monogrammiert „CH 53“, 66 x 104, dekorativ gerahmt (79,5 x 114). Auf dem Keilrahmen vom Künstler handschriftlich betitelt „Angelika“.
Vorliegendes Gemälde im Werksverzeichnis Wohlert (2007), Bd. 3, die Nr. „2661 Schlafendes Paar, 1953“, S. 143. Provenienz: Privatsammlung Süddeutschland. Davor (zitiert nach WVZ Kohlert
2007) „Nachlaß Hofer Nr. 83; Wirnitzer Nr. 147; Baukunst, Köln 1978, Nr. 141; Galerie Schlichtenmaier, Grafenau; Privatbesitz Fürth).“
Lit.: K. B. Wohlert, Karl Hofer, Werkverzeichnis der Gemälde, 3 Bde., hg. v. M. Eisenbeis, Köln 2007; Vgl. auch karl-hofer-gesellschaft.de; www.karl-hofer.de.
Karl Hofer: Karlsruhe 1878 - 1955 Berlin. Bedeutender deutscher Figuren-Maler und Grafiker, Vertreter des expressiven Realismus. Studium an der Karlsruher und der Stuttgarter Kunstakademie.
Schüler von Hans Thoma und Leopold von Kalckreuth. Seit 1921 Professor, in der Zeit des Nationalsozialismus vielfachen Repressalien ausgesetzt.
Motiv: Eine Frau und sieben Männer wie für ein Gruppenbild am Boden kniend, bzw. halb liegend in drei Reihen gestaffelt posierend. Dabei zwei Männer sich umschlingend, während ein anderer Mann
die im Vordergrund halb liegende Frau umfasst. Die Darstellung enthält verweisende Zeichen, die auf eine mögliche bedrohliche Wendung der zunächst arglos freundschaftlich wirkenden Zusammenkunft
der Gruppe verweisen. Vom Betrachter aus rechts hinten trägt ein Gesicht fratzenhaft lachende Züge, das Gesicht eines anderen Mannes durchzieht eine rote Narbe, die an Teufelsdarstellungen denken
lässt, das Gesicht eines dritten Mannes, der die junge Frau rechts neben sich umfasst, ist rötlich gefärbt und verweist somit wiederum auf die Ikonologie des Satans. Die Augen der Frau sind
geschlossen, was auf das Nicht-Wahrnehmen der in Begierde umschlagenden Stimmung der Männer deutet. Das Changieren zwischen Gut und Böse, das Zeigen einer Situation am Wendepunkt zu bedrohlicher
Gefahr zeigt sich wiederholt im Werk Karl Hofers (vgl. Kat. Nr. 4027).
Öl auf Leinwand, unten rechts monogrammiert und datiert „CH54“ (in Ligatur), 95 x 121 cm (sic), sehr dekorativer Rahmen (115 x 145 cm). Rückseitig auf dem Keilrahmen zwei Nummern-Etiketten: „374“
und „368“.
Vorliegendes Gemälde im Werksverzeichnis Wohlert (2007), Bd. 3, die Nr. 2800, S. 166: „2800 (B) Frau mit sieben Männern, 1954 (B)“. Provenienz: Privatsammlung Süddeutschland. Davor
(zitiert nach WVZ Wohlert 2007) „Nachlaß Hofer Nr. 374; Wirnitzer Nr. 368; Baukunst, Köln (...) Ausstellungen: K.H. Baukunst Köln 1975, Nr. 149 mit Abb. dto., 1978, Nr. 161; dto. 1982, Nr. 72;-
K.H. 1944-1955, Galerie Raab, Berlin 1998, Nr. 13 (Vergewaltigung) - K.H. Galerie Baumgartl München 2001, S. 81 (Farbabb.: Nächtliche Szene I)“.
Lit.: K. B. Wohlert, Karl Hofer, Werkverzeichnis der Gemälde, 3 Bde., hg. v. M. Eisenbeis, Köln 2007; Vgl. auch karl-hofer-gesellschaft.de; www.karl-hofer.de.
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