Emil Cauer II. der Jüngere : Bad Kreuznach 1867 - 1946 Gersfeld. Deutscher Bildhauer. Lehre der Bildhauerei bei seinem Vater Karl, dessen Vater Emil I. Cauer der Begründer der „Cauer-Dynastie“
als Bildhauer war. 1886/87 im Atelier seines Onkels Robert C. in Rom. Seit 1888 Studium bei Otto Lessing am Kunstgewerbemuseum in Berlin. Im Jahr 1898 gründete er sein eigenes Atelier in
Berlin. Seit 1917 Professor. Seine Motive sind neben der berühmten „Wasserschöpferin“ u. a. die „Ballschlägerin“ sowie Pferdemotive, Denkmäler, Brunnen und Bildnisse bedeutender
Personen.
Motiv: Vollplastisch gearbeiteter weiblicher Akt: ein Mädchen schöpft, auf einem großen Stein kniend, mit einer Muschel Wasser. Die Plastik mit dem Titel „Die Wasserschöpferin“
entstand, in einer ersten Version auf der Großen Berliner Kunstausstellung im Jahr 1900 vorgestellt, zunächst als Ausführung in Bronze. Im Jahr 1903 entstand eine Version in Marmor
ausgeführt, die „von Kaiser Wilhelm II. persönlich beim Künstler gekauft“ wurde (Wikipedia-Artikel).
Weißer Marmor, das Mädchen auf einem Fels kniend, auf einem schmalen schwarzen Steinsockel (Onyx ?, marmoriert), dieser wiederum auf einer quadratischer Messingplinthe fixiert.
Am Marmor- „Felsenrand“ links signiert „Emil Cauer“,
Gesamthöhe ca. 47,5 cm, Höhe der Skulptur ca. 41,5 cm. Der die Muschel führende rechte Arm oberhalb der Armbeuge angesetzt (wohl bereits bei der Herstellung aus
Materialgründen).
Lit.: Anne Tesch, Die Bildhauerfamilie Cauer, Bad Kreuznach 1977 / Elke Massa, Die Bildhauerfamilie Cauer im 19. und 20. Jahrhundert, Diss. Berlin 1989.
Qualitätvoller, sitzender Barock-Putto mit Tuchdraperie, Holz, vollplastisch geschnitzt, ehemals dezent farbig gefasst, um 1750 / 60. Lieblicher, lebendiger Gesichtsausdruck des leicht geneigten Kopfes mit plastisch ausgeformten Locken. Arme und Beine in spielerisch bewegter Haltung. Zustand: Fassung übergangen, partiell kleine Abplatzungen der Fassung, kleiner Finger der rechten Hand fehlt, rückseitig Rissbildung, Altersspuren. Höhe: ca. 42 cm.
Arman Pierre Fernandez, genannt „Arman“(Nizza 1928 - 2005 New York). Französisch-amerikanischer Künstler. Mit Pierre Restany, Yves Klein und Jean Tinguely zusammen zählt Arman zu den
wichtigsten Vertretern des „Nouveau Réalisme“. Die um 1960 gegründete Künstlergruppe verarbeitete entgegen abstrakter Strömungen Alltags-Gegenstände der urbanen, industriell geprägten
Konsumgesellschaft in ihren Werken und Installationen.
Vorliegend: Geborstene Violine, Bronze, montiert auf rechteckiger Plinthe aus schwarzem Granit. Signiert „Arman“ und nummeriert „45 / 150“. Höhe: ca. 59,5 cm.
Christian Peschke: Säckingen 1946 - 2017 Flintsbach. Deutscher Bildhauer und Maler in surrealistischer Prägung, Bekanntschaft u. a. mit S. Dali und E. Fuchs. Studium an der Akademie der
Bildenden Künste in Stuttgart. Zahlreiche internationale Ausstellungen, u. a. in Monaco und Dresden.
Vorliegend: Skulptur eines fülligen, kurvenreichen weiblichen Aktes mit dem Original-Titel „Psyche“. Den Kopf lasziv in die nach hinten verschränkten Arme gelegt, präsentiert die Figur in ihrer
Fülle sinnliche Weiblichkeit. In scheinbarem Kontrast zu ihrem körperlichen Volumen steht die Leichtigkeit ihres angewinkelten rechten Beins, das der Skulptur eine tänzerische Bewegtheit
verleiht. Heller Marmorguss, am Standbein signiert, auf würfelförmigen Sockel aus wohl schwarzem Marmor (?) montiert. Am unteren Ansatz des linken Beins kleiner Riss. Höhe mit Sockel: ca. 97 cm
(Sockelhöhe: 20,4 cm).
dgar Degas (1834 Paris - 1917 ebda.), „Danseuse regardant la plante de son pied droit“ (=Originaltitel: Tänzerin, die Sohle ihres rechten Fußes betrachtend“). Bronze, posthumer Guss nach einem im
Nachlass des Künstlers befindlichen, um 1895-1900 geschaffenen Wachs-Modells. Degas hinterließ über hundert Gips- und Wachsmodelle von Tänzerinnen, die erst nach seinem Tod als Guss realisiert
wurden. Posthume Güsse aus den 1920er Jahren finden sich in berühmten Museums-Sammlungen, etwa im MET New York oder im Musée d’Orsay Paris.
Vorliegende Bronze mit braun-goldener Patina stammt aus der Pariser Gießerei Adrien Hébrard, die nach dem Tod Degas’ von den Nachfahren des Künstlers mit der posthumen Realisierung im
Atelier befindlicher Modelle beauftragt worden war. Am Sockel der vorliegenden Bronze findet sich der Schriftzug „Degas“, der Gießerstempel mit Beschriftung „Cire / perdu / A. A. Hébrard“ sowie
die Nummerierung „40 / 0“. Höhe der Figur: ca. 46,2 cm.
Zu den posthumen Degas-Güssen der Gießerei Hébrard vgl. das Werkverzeichnis von Anne Pingeot, Memphis 2002“, S. 199.
Elvira Bach: Geb. Neuenhain 1951. Deutsche Malerin Keramikerin, Glaskünstlerin und Bildhauerin. Bedeutende Vertreterin der „Jungen Wilden“ und des Neo-Expressionismus. Teilnahme an
der documenta 7 in Kassel 1982. Vertreten in bedeutenden internationalen Museen (z. B. MOMA). In den Jahren 2002-2004 lt. Homepage der Künstlerin Arbeit an Bronzeskulpturen.
Motiv: Mit vertikal und horizontal angewinkelten Beinen liegende, nackte Amazone mit schlanken High Heels. Um ihren unbekleideten Körper windet sich vom Kopf über den Oberkörper
und den Schambereich eine Schlange, deren Kopf die Amazone auf Brusthöhe mit der Linken festhält.
Bronze, auf der Sohle des rechten Schuhs signiert „Bach“ nummeriert Ex. Nr. „2/12“, Gießerstempel “H. Noack Berlin“. 15 x 39 x 22 cm, geringe Altersspuren.
Holz, geschnitzt, farbig und gold gefasst, 18. Jahrhundert. Stehender Engel in rotem Gewand mit goldenem Umhang, beide Arme sowie der Kopf mit lockigem Haar erhoben. Qualitätvoll gearbeitet mit fein definierten Gesichtszügen, die Lippen leicht geöffnet, eine Zahnreihe sichtbar. Ebenso die Hände und Füße schön ausgearbeitet. Restaurierter Zustand, Flügel-Ansätze erneuert, die Fassung überwiegend übergangen. Höhe: ca. 84 cm. Dazu ein wohl ergänzter quaderförmiger Sockel mit marmorierter Fassung (ca. 14 x 31 x 20 cm), Gesamthöhe des Engels auf Sockel stehend ca. 104 cm).
Heiligenfigur eines Apostels, Holz, geschnitzt, rückseitig gehöhlt, gold, silber und farbig gefasst, um 1750.
Auf Natursockel barfüßig stehender Apostel in aufwendig geschnitztem Gewand mit qualitätvoller Drapperie. Fein ausgearbeitete Physiognomie mit schlanken Gesichtszügen, Bart und einer in die hohe
Stirn fallenden Locke. Im gleichsam sprechend geöffneten Mund eine Zahnreihe sichtbar. Den rechten Arm in lehrendem Gestus erhoben, schaut der Heilige mit leicht nach unten gerichtetem
Blick auf seine Zuhörerschaft. Die Fassung erneuert, partiell Abplatzungen.
Höhe: ca. 134 cm. Bischofs-Stab.
Provenienz: Süddeutscher Privatbesitz, Nagel, Auktion Stuttgart Februar 2013, Los 477 ( damals Schätzpreis: 6.000,-Euro), zuvor Hessischer Privatbesitz.
Pierre (Hans Adolf Peter) Schumann: Heide 1917 - 2011 Eutin. Deutscher Bildhauer. Ausbildung als Steinmetz, Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und an der Stuttgarter
Akademie. Bekanntschaft u. a. mit Ossip Zadkine und Hans Arp, gemeinsame Ausstellungen mit Picasso und Pierre Soulages. Schumann war tätig u. a. in Hamburg, seit 1963 in Carrara (wo
er seinen Marmor bezog) mit eigenem Atelier. Zahlreiche internationale Ausstellungen, u. a. in Antwerpen, Montreal, Sao Paulo, Mailand, Venedig und Paris. Seine Arbeiten sind ausgeführt
insbesondere in Marmor und Bronze. Motive sind vorwiegend Mutter mit Kind, Figuren, Akte, abstrakte Kompositionen, Vasen sowie abstrahierte Tiere wie Stiere, Raubtiere, Vögel
etc.
Motiv: Skulptur eines vermutlich stark abstrahierten und geometrisch reduzierten menschlichen Gesichtes, das von der rechten Hand berührt wird.
Weißer Carrara-Marmor, am Sockel unten Ritzsignatur „Schumann“, Höhe: 40,5 cm. Lit.: S. Karrer/A. Wittboldt/U. Hauser, Pierre Schumann. Skulpturen in Marmor und Bronze,
Salzburg 2003.
Friedrich Cauer (Kreuznach 1874 - ?), Maler und Bildhauer, Sohn von Robert Cauer (Dresden 1831 - 1893 Kassel). Studium an den Kunstakademien in Kassel, München, Karlsruhe und Stuttgart. Vertreten
beispielsweise in der Großen Kunstausstellung Düsseldorf 1904.
Motiv: Auf einem ovalen, mittig eingezogenem Sockel sitzender Mädchen-Akt mit offenem langen Haar, das linke Knie angezogen, den Kopf seitlich auf die auf dem Knie ruhende Hand gelegt, in der
rechten Hand zu ihren Füßen einen Apfel haltend. Während die Frucht auf Erotik und Versuchung anspielt, wirkt die Dargestellte in ihrer geschlossenen Körperhaltung kontemplativ träumerisch.
Der Sockel nimmt die Thematik des Paradies-Baumes in einer Baum- und Apfel-Reliefierung auf. Höhe der Figur: 44 cm, Höhe mit Sockel: 62 cm. Lit: Thieme-Becker, Bd. 6, S. 199.
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