KATALOG - AUKTION     30. Mai 2026

Varia


VE 6000     Zwei Sterzinger Löffel                                                            300 Euro

Horn, um 1800, Südtirol. Löffel mit gedrehten Stielen und nach oben hin spitz zulaufender, gemuldeter Laffe. Beide Laffen partiell mit Zierbordüren geschmückt.
1. Laffen-Innenseite mit graviertem, geschwärztem Sinnspruch versehen: „Was ich lieb hab, sag ich nicht dass niemand in die Bügen (?) sticht.“ Auf der Außenwandung der Laffe gravierte Burgansicht mit zwei fliegenden, einander zugewandten Tauben. 
2. Sinnspruch der Innenwandung der Laffe: „Nicht Schöner’s auf der Welt man find, als wo zwei Herzen einig sind“. Die Außenwandung der Laffe zweigeteilt. Im oberen Teil der Laffe die Darstellung einer Frau, ein flammendes Herz haltend. Darunter Legende: „Tag und Nacht (...) wie ich kann treu lieben Dich“. Am Stiel-Ende eine kleine Muldung zur Portionierung von Salz o. ä.
Diese Art der in Horn aufwendig gearbeiteten Löffel wurden im 18. und 19. Jahrhundert traditionell im Sterzinger Hausgewerbe hergestellt und waren beliebte Geschenke der Liebes-Werbung. Als besondere kunsthandwerkliche Erzeugnisse werden sie in verschiedenen Heimat-Museen bewahrt. 
Guter Gesamtzustand, partiell leichte Altersspuren. Länge: ca. 21 cm und 18,5 cm.



VE 6001   Klassizistische Modellkommode 1803                                           120 Euro

Nussbaum und andere Hölzer, auf der Unterseite einer der zwei Schübe sechs mit Tusche (?) ausgeführte, teils schwach sichtbare Silhouetten-Zeichnungen sowie Datierung 1803 und Namenszug „Johan Richter“ (?).
Gerades Corpus mit zwei Schüben, auf der profilierten Platte zwei bandgerahmte quadratische Felder mit eingelegten, teils ebonisierten Sternen. Die Fronten der Schubladen mit geometrisierender, teils ebonisierter Marketerie versehen. Guter Gesamtzustand, leichte Altersspuren.  Format  ca. H 22 x B 35 x 17,5 cm.



VE 6002   Barocke Jagdtrophäe - Holz-Hirschkopf mit Geweih eines                                   Vierzehn-Enders                                                          400 Euro

Holz, geschnitzt, Mitte 18. Jahrhundert, ehemals Schlossbesitz. Naturalistisch geschnitzter Hirschkopf mit Fell imitierender Schnitzerei am Hals, eingefügt in eine durchbrochen gearbeitete, mit Ranken- und Muschelwerk verzierte Kartusche, diese grün und gold gefasst. Appliziertes Geweih eines kapitalen Vierzehn-Enders. Da im 18. Jahrhundert die Technik der Präparation noch nicht entwickelt war, wurden als Jagdtrophäen in Holz geschnitzte, mit dem originalen Geweih versehene Hirschköpfe hergestellt. Diese sollten möglichst naturgetreue Abbilder des erlegten Wildes darstellen. Zu diesem Zwecke wurde vorliegendem Exemplar ein kleines Stück Fell des erlegten Hirschen zwischen die Geweih-Ansätze appliziert. Altersspuren, partiell kleine Abplatzungen der Fassung, Maße: ca. ca. 142 x 78,5 cm.



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