Wohl Flämisch, 16. / 17. Jh.
Motiv: Der Heilige Christophorus trägt auf seinen Schultern Christus in Gestalt eines segnenden Knaben, die Weltkugel tragend. Der Heilige steht inmitten eines Flusses, hinter ihm auf einem Felsen eine Einsiedelei. Mittig im Hintergrund hohe Felsenlandschaft mit Stadtarchitektur, am gegenüber liegenden Ufer eine weitere gebeugte Gestalt vor einem Kirchengebäude.
Öl auf Holz, ca. 24 x 32 cm, unbezeichnet, unsigniert. Rückseitig auf der Holzplatte Reste von Wachssiegeln, auf dem Rahmen ein Klebe-Etikett mit handschriftlicher Bezeichnung „JK / I 109“. Weiteres Etikett mit ehemaliger Nummerierung „4..“. Unter UV-Licht keine erkennbaren Retuschen. Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.
Michael Mitternacht: Bamberg 1700 - ? Studium an der Kunst-Akademie in Wien. Tätig u. a. in Venedig, orientierte sich an Andrea del Sarto. Seine Motive sind Bildnisse, Familienstücke, Altarbilder, weiterhin führte er diverse Fresken in Bamberg aus.
Motive: 1. Die Anbetung der Hirten. Die Heilige Familie mit dem Christuskind, umringt von Hirten, die den Heiland neugierig beäugen und ihm mitgebrachte Gaben reichen. Im oberen Bildfeld eine Wolkenbank mit Engeln, die Szene von oben betrachtend. Durch den Lichteinfall werden das Antlitz von Maria und das Kind im Mittelpunkt der Szene beleuchtet und hervorgehoben. Rückseitig schwer lesbar signiert wohl „Mitternacht“ und datiert „1752“. 2. Die Anbetung der Könige. Die Heilige Maria mit dem Jesusknaben, von einer Lichtquelle erleuchtet. Vor und neben ihr die Heiligen drei Könige, die dem Kind ihre Ehre erweisen. Einer von ihnen kniend, einen Fuß des Kindes berührend. Im Hintergrund und oberhalb des Hauptes der Muttergottes zahlreiche Engel, die die Szene begleiten.
Jeweils Öl auf Holz, beide Gemälde in der Form eines umgekehrten Herzens, je ca. 48 x 54 cm, in bronzierten rocaillierten Stuck-Rahmen.
Jeweils stärkere Altersspuren, sowohl vorder- als auch rückseitig. Beide Gemälde mit je einer rückseitig mittig vertikal verlaufenden stabilisierenden Holzstrebe. Teils Farbaufwerfungen, Risse im Holz, partielle Ergänzungen etc. Möglicherweise ursprünglich als höfische Supraporten gefertigt.
Lit.: Thieme/Becker Bd. 24, S. 597; Benezit Bd. 9, S. 683. Vgl. auch Nagler, Neues allgemeines Künstler-Lexikon Bd. 9, München 1840, S. 326. Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.
Halbbildnis der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Dargestellte in blauem Rock und Seiden-Weste trägt das von Kaiser Karl VI. verliehene Kaiserliche Gnadenzeichen mit Doppeladler und Legende „Virtuti et Fidei“. Verliehen wurde das Gnadenzeichen an die Ritterräte und Ritter-Hauptleute der fränkischen Reichsritterschaft. Demzufolge handelt es sich beim Dargestellten um einen der sechs Reichsritter der Kantone Altmühl, Baunach, Gebürg, Odenwald, Rhön-Werra und Steigerwald. Reichsritter des Kantons Gebürg und Träger des Kaiserlichen Ehrenzeichens war beispielsweise Philipp Friedrich von Aufseß (1691-1743).
Öl auf Leinwand, alt restaurierter, guter Zustand, doubliert, ca. 116 x 87 cm, mit vergoldetem Rahmen (ca. 130 x 100 cm).
Provenienz: Bamberger Privatbesitz.
Für fachliche Hinweise bedanken wir uns ganz herzlich bei Professor Dr. Dieter Weiss sowie Dr. Klaus Rupprecht.
Barock-Gemälde, wohl um 1700.
Motiv: Anspielungsreiche Szene von Amoretten mit Nymphe in einer mediterranen Ideallandschaft, seitlich ein Denkmal, eventuell ein angeschnitten dargestellter Obelisk mit Figurenschmuck und Bild-Tafeln sowie einer großen Stein-Vase versehen. In seiner ursprünglichen Bedeutung galt der Obelisk als Verbindung des Irdischen und des Göttlichen. Am Sockel des Denkmals auf einer Steinplatte eingemeißelt erkennbar das Motiv eines Paares. Das Thema der Liebe lässt sich auch aus den im Bild dargestellten Blumen und der gehälfteten Wassermelone herauslesen. So stehen die Rose, die Lilie und auch die Aster für die Liebe in ihren verschiedenen Facetten, die gehälftete Wassermelone für Fruchtbarkeit. Insofern feiert das vorliegende Gemälde die vollkommene Liebe, in Reinheit, in Leidenschaft, über den Tod hinaus, in Verbindung zum Göttlichen.
Öl auf Leinwand, unsigniert/unbezeichnet, Format ca. 40 x 55 cm, in altem Rahmen. Altersspuren, oben mittig retuschiert, im Randbereich partiell kleine Retuschen.
Wohl Niederlande, 17./18. Jahrhundert, zwei arkadische Landschaften mit Hirtenpaar, in italienisierendem Stil, von meisterhafter künstlerischer Qualität.
Motive: 1. Ein Hirtenpaar, eine Gruppe von Kühen zur Tränke an das Ufer eines Sees führend. Begleitend ein Hund. Der Hirte auf einem Schimmel reitend, in Rückenansicht gegeben, während die Hirtin neben ihm ein Reisigbündel trägt. Am anderen Ufer des Sees Bauten einer Festungsanlage sowie ein Dorf. Die Szene wird rechts von einem Baum und links von einer ruinenartigen Architektur begrenzt. 2. Ein Hirtenpaar mit Knecht, eine Gruppe von Kühen, Schafen und einer Ziege von einem Seeufer zurück zum Land führend. Im Hintergrund Architektur sowie in den See hineinragende Landzungen, gestaffelt vor einem Berg.
Jeweils Öl auf Leinwand, je ca. 32 x 42 cm, in wohl originalen Rahmen der Zeit. Altersspuren wie Craquelee, partielle Farbabplatzungen, teils Retuschen, Nr. 1 mit einem rückseitigen Flicken.
August Heinrich Mansfeld: Wien 1816 - 1901. Österreichischer Landschafts-, Bildnis und Genremaler. Studium an der Wiener Kunstakademie. Zahlreiche Ausstellungen an der Akademie in seiner Heimatstadt zwischen 1842 und 1877, 1873 auf der Wiener Weltausstellung.
Motiv: Ein Mädchen mit einem großen Hund blickt sorgenvoll auf den vor ihr liegenden See im Gebirge. Nah am Ufer des Gewässers liegen ein schwarzer Hut und ein roter Umhang, die der Spürhund beschnüffelt, während herannahende Wellen die Kleidung wegzuspülen drohen. Ist hier eine von dem Kind gesuchte Person im See vermisst ?
Öl auf Leinwand, unten rechts signiert „A. Mansfeld“, doubliert, ca. 24 x 30 cm, in prachtvollem goldfarbenem Rahmen (ca. 46 x 52 cm).
Lit.: Thieme/Becker Bd. 24, S. 33, Benezit Bd. 9, S. 155.
Leopold Schmutzler : Mies 1864 - 1941 München. Historien- und Genremaler, Porträtist. Insbesondere Figurenmaler von tanzenden Mädchen und Damen. Studium an den Akademien in Wien und München. Tätig u. a. in New York, Rom und Paris.
Motiv: Vor dem Hintergrund einer von Bäumen gesäumten Wiese stehende junge Frau in einem luftig roséfarbenen Kleid, einen frisch gepflückten großen Strauß von blühend weißen Margeriten in der Linken tragend. Ihr Blick ist freudig zur Seite gewandt, als würde sie jemandem zurufen. Ihre nur sanft vom Kleid bedeckten Brüste vermitteln im Kontext mit den weißen Margeriten eine symbolhaft verbrämte erotische Sinngebung des Motivs.
Öl auf festem Karton, oben rechts signiert „L. Schmutzler“, in wohl originalem stuckierten Jugendstil-Rahmen, Format 90 x 70 cm, Rahmen ca. 125 x 98 cm.
Lit.: Thieme/Becker Bd. 30, S. 185; Benezit Bd. 12, S. 478 f.
Émile Tabouret: Lyon 1850 - 1927 Paris. Französischer Maler, Aquarellist und Grafiker. Motive sind belebte Genreszenen, Festivitäten, ländliche Motive, Darstellungen aus dem Arbeitsleben, Akte, das Pariser Alltag- sowie das Nachtleben.
Motiv: Mehrere entlang einer langen Mauer auf Schemeln sitzende, gut gekleidete Damen, in Gespräche vertieft, auf dem städtischen Trottoir. Im Hintergrund erhabene Bürgerhäuser.
Öl auf Leinwand,unten rechts signiert „Émile Tabouret“, 32,5 x 26 cm, doubliert, Rahmung gesamt neuzeitlich.
Lit.: Thieme/Becker Bd. 32, S. 388; Benezit Bd.13, S. 421. Mit einer Echtheits-Expertise der Galerie Josef Winkler, Wien.
Walter Moras: Berlin 1854 - 1925 Harzburg. Landschafts- und Marinemaler mit stimmungsvollen poetischen Bildern. Schüler von Hermann Eschke. Tätig in Berlin, zahlreiche Auslandsaufenthalte und Ausstellungen.
Motiv: Idyllisch an einem von Schilf umwachsenen Waldteich gelegenes ländliches Anwesen. Umgeben von hohen Laubbäumen ist vor den Gebäuden ein Heuhaufen geschichtet. Vermutlich ist die Szenerie landschaftlich dem Spreewald zuzuweisen.
Öl auf Karton, unten rechts signiert „W. Moras“, ca. 30 x 42 cm, goldfarbener Rahmen.
Lit.: Alfred Nehring, Walter Moras. Spuren eines Malerlebens, Bentwisch 2010; Thieme/Becker Bd. 25, S. 122; Benezit Bd. 9, S. 817.
Friedrich August Kessler: Tilsit 1826 - 1906 Düsseldorf. Deutscher Maler von Städteansichten, Landschaften, Genreszenen, ländlichen Motiven, alpinen Darstellungen, Seestücken, Schiffen, Tieren etc. Studium bei seinem Vater Chr. Fr. Kessler (1799-1854) sowie an der Düsseldorfer Kunstakademie als Schüler von Johann Wilhelm Schirmer. Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Malkasten“ in Düsseldorf, Ausstellungen u. a. im Münchner Glaspalast, vertreten in zahlreichen Sammlungen und Museen.
Motiv: „Tilsit vom Brückenkopf aus“ (rückseitige gedruckte Bezeichnung auf dem Rahmen). Zahlreiche Menschen auf der Brücke beleben die sommerliche Szenerie, am Ufer ein Kahn. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses Memel die Silhouettte der Stadt Tilsit.
Öl auf Leinwand, 26 x 36 cm, in schöner teilvergoldeter Berliner Leiste der Zeit. Rückseitig auf dem Rahmen auf einem Etikett handschriftlich bezeichnet „....Kessler“. Reinigungsbedürftig, partiell kleine Farbabplatzungen, Altersspuren.
Lit.: Thieme/Becker Bd. 20, S. 210; Benezit Bd. 7, S. 771.
Porzellan-Gemälde, wohl um 1850.
Motiv: Blick auf die herzogliche Residenzstadt Coburg mit den urbanen architektonischen Wahrzeichen wie die Kirche St. Moriz und die Veste im Hintergrund.
Feine Malerei auf Porzellanplatte, unbezeichnet/unsigniert, ca. 5 x 8 cm, in querformatigem oktogonalem Rahmen. Rückseitig handschriftliche Bezeichnung „Ansicht von Coburg nach Stich von...(17. Jh.) Malerei auf Porzellan“. Möglicherweise ein Künstler des Schmidt´schen Porzellanmalinstituts, das seine Anfänge seit 1818 in der Herzogsstadt Coburg hatte und das im Jahr 1833 sein Domizil in Bamberg aufschlug, wo es bis 1914 existierte (neben der Kirche St. Jakob am Jakobsplatz 13).
Otto Gebler: Dresden 1838 - 1917 München. Deutscher Landschafts- und Tiermaler (insbesondere Schafe). Studium an der Dresdner und später an der Münchner Kunstakademie. Stilistische Orientierung u. a. an Gustave Courbet.
Motiv: Blick von einer Anhöhe auf eine weite Landschaft, die von Seen und dichten Wäldern geprägt ist. Möglicherweise im Dachauer Moos (?). Öl auf Holz, unsigniert, ca. 20 x 32 cm, gerahmt. Rückseitig handschriftliche Bezeichnung „Nr 122 O. Gebler Nachlaßausstellung im Lenbachhaus München, erworben von Baron v. Wangenheim“.
Lit.: SAUR AKL Bd. 50, S. 485 f.; Thieme/Becker Bd. 13, S. 316; Vollmer Bd. 5, S. 511.
Qualitätvolles Genre-Gemälde, um 1910 / 1920, eventuell Frankreich, unsigniert, rückseitig Nummerierung mit Pinsel-Ziffer „7“.
Motiv: Mehrere Personen sitzen in einem geräumigen Zimmer, möglicherweise ein Warteraum in einer Arztpraxis. Im oberen linken Bildfeld ein unleserlich beschriftetes Plakat mit der Darstellung einer Arzthelferin in weißem Kittel und einer Person im Badezuber, das wohl als Werbung für Heilbäder zu deuten ist. Rechts ein rotes Kreuz. Während die Menschen die Zeit u. a. mit der Lektüre einer Zeitung überbrücken, zieht vor dem Fenster eine Art Prozession vorbei.
Öl auf Leinwand, ca. 100 x 152 cm, ungerahmt. Altersspuren, partiell Farbfehlstellen, teils Leinwandbeschädigungen (insbesondere an den Rändern).
Süddeutschland, Schweiz, Österreich (?) 19. Jahrhundert.
Motiv: Ein Geschwisterpaar mit zwei bepackten Eseln auf der Wanderschaft in karger mediterraner oder norditalienischer Gebirgslandschaft. Die junge Frau, auf einem der Esel reitend, spielt ein Saiteninstrument. Der barfuß den Esel führende Junge in weißem Hemd und knielanger Hose. Links und rechts des steinigen Weges prächtige Aloe Vera - Pflanzen. Die Kleidung vermutlich italienische Tracht.
Öl auf Leinwand, unten links signiert „J. R. Bach“, doubliert, ca. 98 x 72 cm, in Waschgoldrahmen. Altersspuren, partiell craqueliert, partiell berieben.
Unbekannter Künstler des 20. Jahrhunderts.
Motiv: Ein in seiner Werkstatt stehender Schuster, der mit Bändern eine Schuhsohle löst oder fixiert. In Kopfhöhe daneben hängende Schuhe, vor dem Schuster ein Arbeitstisch.
Pastell/Aquarell/Deckweiß in dominanter Rot-Tonalität, auf Papier, unten rechts schwer leserlich signiert, ca. 70 x 50 cm, unter Glas sehr dekorativ gerahmt.
Ludwig Gschossmann: Strasbourg 1894 - 1988 Tegernsee. Studium an der Kunstgewerbeschule in München. Landschaftsmaler, Genreszenen, Seenlandschaften. Teilnahme an internationalen Ausstellungen.
Motiv: Eine vornehme Gesellschaft von Ball- bzw. Konzertbesuchern versammelt sich unter einem Kronleuchter in einem Prunksaal.
Öl auf Leinwand, unten links signiert „Gschossmann“, 60 x 50 cm, gerahmt.
Lit.: Benezit Bd. 6, S. 507.
GEMAELDE / AQUARELLE – Seiten 1 >> 2
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